Kaninchen (Brachylagus idahoensis)
Herkunft

Das Kaninchen stammt vom Wildkaninchen ab und hat keine Gemeinsamkeiten mit dem Feldhasen, weshalb sie sich auch nicht paaren können. Es gibt mittlerweile über 100 verschiedene Kaninchenrassen in den unterschiedlichsten Varianten und Farben.
Physiologische Daten

Das Höchstalter des Kaninchens liegt bei ca. 10 – 12 Jahren. Das Gewicht ist rassespezifisch. Die normale Körpertemperatur eines Kaninchens beträgt 38,5 – 39,5°C. Die erste Brünstigkeit ist im Alter von 3 – 4 Monaten je nach Rasse, danach sind sie das ganze Jahr über in Befruchtungsbereitschaft. Besonders ausgeprägt ist die Paarungsbereitschaft im Frühjahr und Sommer. Das Kaninchen ist mit ca. 12 Monaten ausgewachsen. Die Männchen sind mit einem Alter von ca. 12 Wochen je nach Entwicklungsstand, die Weibchen mit ca. 6 – 12 Monaten Fortpflanzungsfähig. Die Trächtigkeitsdauer liegt bei 28 – 33 Tagen und bringt ca. 6 – 12 Junge zum Vorschein.
Haltung

Die Mindestgröße für 2 Kaninchen (kleinere Rassen) beträgt mindestens 4 m² Bodenfläche, die 24 Std./365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen müssen. Wenn ein Zimmer als Gehege eingerichtet wird dürfen keine Elektroleitungen oder Zimmerpflanzen in Reichweite sein.

Kaninchen sind alleine unglücklich; Meerschweinchen ersetzen ihnen nicht einen Artgenossen. Kaninchen müssen grundsätzlich mindestens zu zweit gehalten werden. Für eine Gruppenhaltung eignen sich Weibchen mit einem kastrierten Bock. Der Bock sollte im Alter von 12 Wochen kastriert werden, ist jedoch noch 6 Wochen nach der Kastration zeugungsfähig.

Das Kaninchengehege sollte mit Wasserrohren und Holzgiebel zum Durchlaufen, Baumstämme und Steinhaufen zum Klettern, sowie Häuschen mit mehreren Ein- und Ausgängen ausgestattet sein. Auch Nagematerial wie Äste von Weide, Buche, Haselnuss, Apfel- oder Birnbaum sollten angeboten werden.

Die Einstreu sollte aus unbehandelten Säge- oder Holzspänen und/oder aus Stroh bestehen. Die Einstreu sollte 4 – 6 cm dick sein, um Ballengeschwüre zu vermeiden. Natürlich muss die Einstreu immer sauber und trocken gehalten werden. Das Gehege sollte nicht in der Nähe von Heizungen aufgebaut und die Tiere sollten vor Zugluft geschützt sein. Bei Innenhaltung beträgt die optimale Raumtemperatur 18 – 20°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 – 70 %.
Fütterung

Dem Kaninchen sollte immer gutes Heu zur Verfügung stehen! Dies ist das Hauptnahrungsmittel, welches für eine gute Verdauung unersetzlich ist. Ebenso dient es zum Abmalmen der Front- und Backenzähne.

Zusätzlich wird in Maßen frisches Grünfutter (Fenchel, Möhren, Staudensellerie, Petersilie, Löwenzehn, Beifuß, Brennnessel, Dill, Gänseblümchen) hinzugefüttert. Von Kohlgewächsen dringend ist abzuraten, da es schlimmen Durchfall verursachen kann.

Kaninchen, die in einem Außengehege leben brauchen zum Winter hin viel Körnerfutter.

Frisches Trinkwasser muss dauerhaft zur Verfügung stehen. Auf Trinkflaschen sollte verzichtet werden, da diese zu Zahnfehlstellungen und Luft schlucken führen könnte. Optimal sind stabile Näpfe aus Ton.
Umgang

Da Kaninchen Fluchttiere sind erschrecken sie schnell und fühlen sich häufig gestört. Wer Kontakt zu einem Kaninchen sucht, sollte sich stets zu dem Tier auf den Boden begeben. Zum Hochheben sollte man sie mit der einen Hand an der Rückenhaut nehmen und mit der anderen Hand sofort unten am Bauch stützen. Da die Tiere Fressfeinde aus der Luft (Greifvögel) haben, bekommen sie von Natur aus Todesangst, wenn man sie am Rückenfell hochhebt. Aus diesem Grund sollte man sie direkt auf dem Arm nehmen, damit sie sich im Arm verstecken können.

Kinder müssen lernen, dass Kaninchen keine Kuscheltiere und ihre Befürfnisse zu respektieren sind. Wir empfehlen die Kaninchenhaltung frühestens für Kinder ab 8 Jahren.
Anfälligkeiten

-  
Der Magen der Kaninchen ist sehr empfindlich, weshalb es öfters zu Durchfall kommen kann. Im Sommer sollte mehrmals täglich der Kot sowie das Gesäß des Tieres nach Maden kontrolliert werden!
- Ein Infekt der oberen Luftwege bzw. chronischer Schnupfen.
- Die Zähne des Kaninchens wachsen täglich. Bei falscher Ernährung kann es zu Hackenbildung der Backenzähne sowie Fehlstellung der Zähne kommen. Wenn dies nicht durch einen Tierarzt korrigiert wird, können Abszesse (Eiteransammlungen) im Kopfbereich entstehen.
- Bei zu wenig Bewegung oder einer falschen Ernährung kann eine Fettleibigkeit herbeigeführt werden.
- Kaninchen können von diversen Viruserkrankungen befallen werden (RHD, RHD2 und Myxomatose) und versterben. Dies kann durch eine entsprechende Impfung leicht verhindert werden. Diese Impfungen sind daher zwingend erforderlich!

BEI DIESEN ANZEICHEN BITTE NICHT ZÖGERN DEN TIERARZT AUFZUSUCHEN!